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    19.09.2018

    Virtuelle Planung erhöht Effizienz im Presswerk

    Die ganzheitliche Optimierung einschließlich des kompletten Materialflusses kann ungeahnte Potenziale freisetzen

    Mit Qualität allein können Presswerke heute nicht mehr punkten, diese ist eine Grundvoraussetzung. Mittlerweile gilt es vielmehr, die geforderte Flexibilität – kurzfristige Bestellungen und sinkende Losgrößen – zu erfüllen, und das nicht auf Kosten der Profitabilität. Um Effizienz im Presswerk nachhaltig zu steigern, führt an einer ganzheitlichen Optimierung einschließlich des kompletten Materialflusses kein Weg vorbei.

    Die Optimierung der Pressen ist natürlich ein wichtiges Handlungsfeld. Durch die Untersuchung von Verfügbarkeit, Effizienz und Qualität lässt sich die „Gesamtanlagen-Effektivität“ (Overall Equipment Effectiveness, OEE) ermitteln. Durch die Steigerung des OEE mittels verschiedenster Maßnahmen können die vorhandenen Potenziale genutzt und die Produktivität erhöht werden.

    Eine Maßnahme ist die Unterstützung durch Software. „Die Spezialisten von Schuler optimieren die Werkzeug- und Produktionsparameter digital“, sagt Schuler-Vorstandsvorsitzender Domenico Iacovelli, der mit seinem Amtsantritt die konzernweite Verantwortung für Technologie übernommen hat. „Mit Hilfe von Software-Tools können wir die Bewegungskurven von Stößel und Transfer exakt auf das jeweilige Werkzeug abstimmen und die Möglichkeiten der Pressen voll ausreizen.“

    Eine deutliche Steigerung der Hubzahl oder eine erhebliche Rüstzeitverkürzung setzen auf Jahressicht eine große Anzahl an Produktionsstunden Kapazität frei. Mit dieser zusätzlichen Zeit sind mehr Teile mit gleichem Equipment herstellbar, eine Verringerung der Losgrößen möglich, oder die gewonnene Zeit kann für präventive Wartung eingesetzt werden. Somit lassen sich ungeplante Stillstände verhindern und die Verfügbar- sowie Lieferfähigkeit hoch halten.

    Mit Variantenvielfalt und großen Losen steigt die Kapitalbindung

    Eine ganzheitliche Betrachtung des Presswerks entlarvt schnell  verbreitete Denkweisen wie die, dass häufiges Rüsten die Wirtschaftlichkeit senkt. Denn mit höherer Variantenvielfalt und großen Losen steigt auch das Lagervolumen und damit die Kapitalbindung stark an. Um Losgrößen zu verkleinern, muss das interne Rüsten verkürzt werden. Durch eine verbesserte Methodik und Vorbereitung sowie durch eine entsprechende Qualifikation der Mitarbeiter sind beim Rüsten häufig enorme Potenziale vorhanden. Genauso wichtig ist es, die Werkzeuge gewartet zu lagern, um auch auf kurzfristige Änderungen im Produktionsplan flexibel reagieren zu können.

    Schuler als Anlagenhersteller und Prozessberater bietet gemeinsam mit der Lean-Management-Beratung Staufen AG eine tiefgreifende Analyse des Presswerks an. Die Grundlage bildet der sogenannte Quick Check, der die individuelle Leistungsfähigkeit im Vergleich zu den Besten der Branche sichtbar macht. Die Analyse umfasst die komplette Wertstromaufnahme des Materialflusses vom Wareneingang bis zum Warenausgang und gibt detaillierte und individuelle Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Effizienz. Darüber hinaus können auf Basis von Ist- und Soll-Wertstrom neue Ideal- beziehungsweise Real-Layouts des Presswerks entwickelt werden, sowohl für ein neues Presswerk (Greenfield) als auch für bestehende Werkshallen (Brownfield).

    Ausschlaggebend für die Optimierung ist das Bestellverhalten der internen und externen Kunden. Im Idealfall produziert das Presswerk im Kundentakt und kann auch ohne große Lagerbestände flexibel auf Schwankungen der Nachfrage reagieren. Arbeiten aufeinanderfolgende Stationen möglichst im gleichen Takt, bauen sich keine großen Bestände auf und die Durchlaufzeit bleibt kurz.

    Eine nachhaltige Steigerung der Effizienz hat grundsätzlich gegenüber kurzfristigen Einmaleffekten immer Vorrang. Große Potenziale liegen oftmals nicht nur in der Produktion, sondern auch in administrativen Bereichen wie Produktionsplanung und -steuerung sowie Behälter- und Shopfloor-Management. Bei letzterem sind Führungskräfte nicht nur gefragt, eine Regelkommunikation aufrecht zu erhalten, sondern auch mit Kennzahlen zu führen und die Prozesse zu steuern. „Der größte Nutzen entsteht immer dann, wenn sich Prozess- und Führungsexzellenz parallel entwickeln“, so Schuler-CEO Domenico Iacovelli abschließend.

    Auf der Fachmesse EuroBLECH vom 23. bis 26. Oktober in Hannover erfahren Besucher des Schuler-Standes (F82 in Halle 27) mehr zum Thema.


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