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    21.08.2019

    Mit neuer Servopresse energetisch zukunftsweisend fertigen

    PM Automotive, ein Zulieferer aus Sachsen, ist mit der Fertigung von Karosserieteilen für Klein- und Mittelserien seit vielen Jahren erfolgreich. Ein wichtiger Faktor für sein Business ist die passgenaue Anlagentechnik. Mit der neuesten Investition in eine 1600-t-Servopresse reagiert das Unternehmen auf aktuelle Markterfordernisse.

    Im Jahr 2001 gründeten Frank Krautwer und Oliver Hadam die PM-Automotive GmbH. Die Idee der beiden Unternehmensgründer war es, mit einem flexiblen Werk gut auf die Anforderungen der Diversifizierung in der Automobilindustrie reagieren zu können. Hier sollten Karosserieteile für Kleinserien wirtschaftlich produziert werden. Bereits 2002 erhielt das Unternehmen die ersten Aufträge und entwickelte sich seitdem Stück für Stück zum gefragten Automobilzulieferer. Gefertigt werden heute mit 110 Mitarbeitern zu 100 Prozent Automobilteile für einige Fahrzeughersteller sowie für einen großen Systemlieferanten.

    Die Kernkompetenz von PM Automotive liegt auf der Kaltumformung. Verarbeitet werden Stahl und Aluminium, überwiegend für den Karosseriebereich. Dabei handelt es sich größtenteils um Strukturteile, teilweise auch für den Sichtbereich. Produziert wird heute in Klein- und Großserien.

    „Gestartet ist PM Automotive als Dienstleister, als Unterstützer in Anlaufsituationen. Da waren Kleinserien naheliegend. Es folgten dann Aufträge für Luxus- und Sportwagen“, beschreibt Geschäftsführer Frank Krautwer die ersten Schritte.

    Analyse der Marktlage und der aktuellen Fachkräfte-Situation

    Von Beginn an hat sich das Unternehmen auf effiziente Anlagen fokussiert und sukzessive in neue Produktionstechnik investiert. So wurde im Jahr 2012 eine 1250-t-Servopresse von Schuler erworben. Mit der neuen Anlage, einer 1600-t-Servopresse, soll die wirtschaftliche Herstellung von mittelgroßen Karosserieteilen aus Stahl und Aluminium mit einem Einsatzgewicht zwischen zwei und fünf Kilogramm sichergestellt werden. Dabei waren auch reduzierte Personal- und Energieeinsätze entscheidende Kriterien für die Anschaffung.

    „Nach Analyse der Marktlage und der aktuellen Fachkräfte-Situation war dies für uns ein logischer und konsequenter Schritt. Denn eine wirtschaftlich sinnvolle und effiziente Fertigung erfordert zunehmend mehr hochautomatisierte Technik“, sagt Krautwer. In der Region Zwickau, in der das Unternehmen angesiedelt ist, sei derzeit nahezu Vollbeschäftigung. Zudem sind relativ viele Unternehmen in der Metallbearbeitung tätig.

    Invest in neue Technik soll energetisch zukunftweisend sein

    Weiterhin war entscheidend, dass die neue Technik auch energetisch zukunftweisend ist. Es sollte also weniger Energie pro gefertigten Teil benötigt werden. Diese verbesserte Energiebilanz der neuen Servopresse von Schuler wirkt sich bei einer Maschinenkapazität von 3.500.000 Hub pro Jahr deutlich aus.

    Mit der Investition in die erste Servopresse von Schuler wurde der Energieverbrauch pro Teil im Vergleich zur vormals genutzten hydraulischen Presse bereits um etwa 80 Prozent reduziert. Trotz der stärkeren Leistung der neuen Presse erwartet Krautwer aufgrund des angezeigten Energieverbrauches nun weitere Einsparungen.

    Das Thema Energieberatung sei bei Schuler bereits beim Kauf der ersten Servopresse ein Thema gewesen. Damals habe das integrierte Energiemanagement der Presse das Unternehmen trotz des hohen Anschlusswertes überzeugt. „Um rentabel zu sein, brauchen wir die richtige Technik und die richtigen Preise“, bringt Geschäftsführer Oliver Hadam die Handlungsleitlinie von PM Automotive auf den Punkt

    Letztendlich sei die Neuanschaffung der 1600-t-Presse auch notwendig gewesen, um Kundenbedarfe zu erfüllen und als Partner der Automobilindustrie ein Anbieter zu sein, der ein sehr breites Spektrum an Karosserieteilen fertigen kann - von der Klein- bis zur Großserie. „Mit unserer Investitionsentscheidung wollen wir unseren Kunden die Möglichkeit bieten, mittelgroße Pressteile mit kurzen Lieferwegen für die drei Fahrzeugwerke in der Region zu beziehen“, so Hadam weiter.

    Verlässlicher und schneller Service ist wichtiges Entscheidungskriterium

    Um mit der Investition in die neue Anlagentechnik letztendlich auch passgenau auf die Kundenanforderungen reagieren zu können, wurden die Kaufoptionen im Gesellschafterkreis genau bewertet. Entschieden hat sich PM Automotive dann für eine 1600-t-Servopresse von Schuler mit einer Tischgröße von 6100 mm x 2500 mm, inklusive Bandanlage und Transfer. Verarbeitet werden können jetzt Bandbreiten bis maximal 1800 Millimeter und Materialstärken von 0,6 bis 4,0 mm bei einer Jahreskapazität von 3.500.000 Hub in 3-Schicht-Auslastung.

    „Ausschlaggebend für diese Entscheidung war das Servicenetz, welches Schuler bietet. Wir müssen uns im Havariefall darauf verlassen können, dass wir Serviceleistungen sehr schnell bekommen. Die 200 Kilometer bis zum Schuler-Standort in Erfurt waren für uns also ein sehr wichtiges Argument“, unterstreicht Krautwer. Auch das Energiemanagement und die Zuverlässigkeit in der Fertigung seien wichtige Punkte gewesen. Hier habe man mit der ersten Servopresse bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Standardmaschine wurde an örtliche Gegebenheiten angepasst

    Die neue Presse sollte sich möglichst nahtlos in die Fertigungsabläufe bei PM Automotive einfügen. Um dies zu gewährleisten, galt es, bei der Auslegung der Anlage einige Rahmenbedingungen zu beachten. So sollte die Maschine in unmittelbarer Nähe der vorhandenen 1250-t-Presse installiert werden. Das Fundament war für eine baugleiche 1250-t-Presse geplant und sollte ohne bauliche Anpassungen genutzt werden - trotz des größeren Pressentisches der 1600-t-Presse. Außerdem war eine zusätzliche Trafostation mit 1000 kVA zu installieren. Hierfür hatte der Netzbetreiber aufgrund seiner Erfahrung mit der seit sechs Jahren betriebenen vergleichbaren Maschine sein okay gegeben.

    Jetzt war Hersteller Schuler gefragt. Die neue Presse sollte an das Fundament angepasst werden. Das heißt: Die Standardmaschine musste etwas abgeändert werden. „Schuler ist heute in der Lage, viele Ideen und Komponenten von Standardanlagen zu nutzen und findet dann Möglichkeiten für eine kundenindividuelle bauliche Anpassung, der Kern der Maschinen bleibt gleich“, sagt Frank Krautwer. Gebietsverkaufsleiter Ludwig Beckert vom Pressenbauer Schuler, der das Projekt betreute, beschreibt die Vorgehensweise: „Das Grundgestell der Maschine wurde geändert, so dass die Anlage in die Grube gestellt werden konnte. Das heißt: Die Standardmaße wurden etwas reduziert und die daraufhin erforderlichen Statikberechnungen angepasst und konstruktiv umgesetzt.“

    Eine weitere Herausforderung waren die beengten Platzverhältnisse. „Der zeitliche Rahmen für den Aufbau konnte trotz dieser Herausforderungen gehalten werden“, ergänzt Oliver Hadam.

    Mit neuer Servopresse werden Kapazitätsengpässe vermieden

    „Wir brauchen in unserem Unternehmen eine jährliche Erneuerungsrate von 20 Prozent, wenn wir den Umsatz halten wollen. Dies resultiert einfach aus den üblichen Zeiten für Fahrzeugwechsel. Mit der neuen Technik können wir jederzeit Aufträge abarbeiten, die dem gerecht werden“, so Krautwer. Nach der Anlaufphase konnten ab März 2019 sofort die ersten Aufträge aus den laufenden Abrufen auf die neue Presse verlagert werden. Ziel ist nun die 3-Schicht-Auslastung der Maschine mit Teilen der entsprechenden Größe und Stückzahlen.

    Insgesamt 20 Monate dauerte die Projektrealisierung - von der Auftragserteilung bis zur Inbetriebnahme. „Von der Planung bis hin zur Umsetzung und Installation gab es eine sehr enge partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Hersteller Schuler. Der Aufbau der Maschine erfolgte im vereinbarten Terminrahmen und der Nutzung der Infrastruktur von PM“, fasst Oliver Hadam zusammen.

    Eine umfangreiche Schulung der Maschinenführer zur Bedienung der Steuerung fand vor Ort bei PM statt. Nach der Übergabe der Anlage an PM konnte ohne eine sonst übliche Einlaufphase sofort mit der laufenden Produktion begonnen werden. Sowohl Hersteller Schuler als auch Kunde PM Automotive sind mit den Abläufen zufrieden. Und für Frank Krautwer war letztendlich auch beeindruckend, wie umfangreich und konsequent Schuler die erforderlichen Tests für die Inbetriebnahme realisiert hat.

    Investition in die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens

    „Wir haben uns 2017 überlegt, wo wir in fünf Jahren stehen wollen. Wohin soll sich die Firma entwickeln und was müssen wir dafür tun? Die Investition in die neue Servopresse ist demnach ein konsequenter Schritt in die zukunftsorientierte und nachhaltige Unternehmensführung“, sagt Geschäftsführer Krautwer.

    PM hat jetzt die Kapazität signifikant erweitert, ohne zusätzliches Personal aufbauen zu müssen. Die Technologie der Maschine lässt eine kontinuierliche Fertigung von präzisen Karosserieteilen zu, sowie höhere Stückzahlen für Großserien. Die hohe Flexibilität in der Fertigung gewährleistet zudem eine bedarfsgerechte Auftragserfüllung - auch, wenn Kunden kurzfristig höhere Stückzahlen benötigen. Außerdem ermöglicht die Länge des Tisches von 6100 mm mehr Fertigungsstufen in einem Werkzeug unterzubringen. Damit können neue Projekte geplant werden. Und nicht zuletzt führt die Einsparung von CO2 pro gefertigten Teil zu einer verbesserten Energiebilanz.

    „Wir sind davon überzeugt, dass wir auch in zehn Jahren mit den Möglichkeiten, die wir heute in der Kaltumformung haben, noch ein attraktiver Lieferant sein werden“, ergänzt Geschäftsführer Hadam. PM Automotive sei so für die Zukunft aufgestellt, um Markterfordernisse und Kundenwünsche qualitätsgerecht und verlässlich zu erfüllen.


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