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    23.07.2019

    Auch Flugzeugantriebe entstehen auf Schuler-Pressen

    Mit insgesamt zehn Anlagen produziert das russische Unternehmen UEC-Saturn Triebwerksschaufeln und andere Teile für Turbinen

    UEC-Saturn, Teil der United Engine Corporation, hat sich auf Gasturbinen für Luft- und Schifffahrt sowie Kraftwerke spezialisiert. Seine Wurzeln hat das Unternehmen in einem 1916 gegründeten Renault-Werk, das 1924 auf die Fertigung von Flugzeugen umgestellt wurde. Ab 1937 entstanden hier Flugzeugmotoren am Fließband – seitdem insgesamt fast 50.000 Stück.

    Neben dem Hauptsitz in Rybinsk verfügt das Unternehmen über ein Forschungszentrum in St. Petersburg, die Konstruktion ist in Perm im Ural angesiedelt. In der Produktion am Hauptsitz in Rybinsk, etwa 300 Kilometer nördlich von Moskau gelegen, kommen dabei mittlerweile insgesamt zehn Pressen von Schuler zum Einsatz.

    Von der Tupolew bis zum Superjet

    2014 erhielt Schuler von Saturn einen Auftrag über eine 1.600 Tonnen starke Spindelpresse vom Typ PA 325. Die Maschinenkörper der kleineren Baureihe sind in Monoblockbauweise ausgeführt. Zuletzt wurde die Spindelpresse PSS 480 mit einer Presskraft von 2.800 Tonnen geliefert, die seit mehr als einem Jahr bei Saturn betrieben wird.

    Zu den Entwicklungen von UEC-Saturn gehört das weltweit erste Überschallverkehrsflugzeug Tupolew Tu-144. 2010 zertifizierte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) den Schuler-Kunden für einen zusammen mit Frankreich entwickelten und produzierten Motor für das Regionalverkehrsflugzeug Suchoi Superjet 100 (SSJ 100).

    Turbinenschaufeln aus Titan

    Schuler hat darüber hinaus eine Isothermpresse zur Herstellung von Turbinenschaufeln aus Titan an Saturn geliefert. Das hochfeste Material gewinnt als Werkstoff im Flugzeugbau kontinuierlich an Bedeutung, weil es leicht ist. Bei der isothermen Umformung haben Werkzeug und Werkstück während des gesamten Umformprozesses die konstant gleiche Temperatur.

    Die Presse kann für mehrere Umformprozesse verwendet werden: zur Produktion von Turbinenschaufeln, zur Kalibrierung und zur Thermofixierung. Dabei werden die Bauteile auf eine Temperatur etwas unterhalb der Umformung erwärmt und dann mit einem konstanten Druck beaufschlagt.

    Die Isothermpressen ermöglichen dem Unternehmen, fortschrittliche Technologien für die Produktion von Triebwerksschaufeln zu entwickeln, die eine Herstellung von Teilen mit minimaler Bearbeitung ermöglichen. Damit ist UEC-Saturn weltweit wettbewerbsfähig.

    Zur Herstellung von Blechteilen aus dem Werkstoff TA6V beschaffte Saturn außerdem eine Isotherm-Tiefziehpresse von Schuler. Als weltweit erste Anlage zur Serienfertigung ermöglicht sie im Kombibetrieb (Teile lassen sich sowohl heiß als auch kalt umformen) das isotherme Heißtiefziehen von Blechteilen mit einem neu entwickelten Ofenkonzept ohne Kamineffekt und einem vollwertigen, regelbaren Tischkissen. Bei Bedarf ist sie auch für die superplastische Umformung mit Argongas nachrüstbar.

    Dadurch lassen sich komplizierte Bauteile mit sehr guter Maßhaltigkeit in einem Schritt herstellen. Die niedrige Hauptumformgeschwindigkeit hält dabei die Fließspannungen gering, um eine gute Materialverteilung im Gesenk zu ermöglichen und das Werkzeug zu schonen.


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