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    16.01.2014

    Aus zwei mach eins

    Schulers bislang größte Servo-Transferpresse stellt beim Automobilzulieferer Craemer gleich zwei Anlagen in den Schatten

    Elf Meter Höhe über Flur, fünfzehn Meter Länge, acht Meter Breite und fast 1.000 Tonnen Gewicht: Beim Automobilzulieferer Craemer in Herzebrock-Clarholz bei Gütersloh ist die größte Servo-Transferpresse in Betrieb gegangen, die Schuler jemals gebaut hat. Der Spezialist für Metallumformung, Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau stellt auf der Anlage mit einem acht Meter langen und 2,50 Meter tiefen Werkzeugtisch Sitzstrukturteile her, insbesondere Sitzschalen für Autositze.

    Der Werkzeugtisch muss deshalb so groß sein, weil die Teile bei der Umformung viele Stufen durchlaufen. Um dies zu erreichen, wurden bei Craemer bislang zwei Pressen hintereinander geschaltet und durch insgesamt drei Automatisierungssysteme gekoppelt. Dadurch, dass jetzt nur noch eine Maschine diese Arbeit erledigt, erhöht sich die Prozesssicherheit der Anlage deutlich – vor allem weil die Übergabe der Teile zwischen der ersten Presse zur nächsten Presse entfällt.

    Innerhalb der neuen Anlage transportiert ein Drei-Achs-Hochleistungstransfer von Schuler Automation mit einer ebenfalls rekordverdächtigen Stützlänge von über zehn Metern die Teile schnell, extrem vibrationsarm und damit prozesssicher. Voraussetzung dafür ist die von Schuler Automation entwickelte und hier eingesetzte „Aktive Schwingungsdämpfung“ (AVD). Die jeweils über 500 kW leistenden Motoren erzeugen dabei eine Presskraft von 25.000 kN.

    „Marktführerschaft auch zukünftig gesichert“

    „Mit dieser hoch produktiven Neuanschaffung wird es uns gelingen, unsere Marktführerschaft auch bei zukünftigen Projekten zu sichern“, fasst der Geschäftsführer Produktion und Technik der Paul Craemer GmbH, Siegbert Geldner, zusammen. „Wir sind zuversichtlich, dass sich diese Investition innerhalb kurzer Zeit bezahlt machen wird.“

    Angesichts der beeindruckenden Ausmaße der Servo-Presse wundert es nicht, dass der Schwertransport vom Schuler-Werk in Erfurt bis nach Ostwestfalen neun Tage sowie ein Schiff, zwei Spezialkräne und drei Sattelzüge mit 16-achsigem Aufleger in Anspruch nahm. Zu Wasser führte die Reise vom Binnenhafen Aken in Sachsen-Anhalt über die Elbe, den Mittellandkanal und den Dortmund-Ems-Kanal bis zum Hafen Münster-Hiltrup.

    Bei Craemer wurde dann zunächst der Pressentisch in den sechs Meter tiefen Keller der eigens errichteten Halle gehievt. Danach folgten der dreieinhalb Meter hohe Stößel und das vier Meter hohe Kopfstück, bevor alle drei Teile mit vier Zugankern miteinander verspannt wurden. Die Experten von Schuler erledigten den Aufbau in rund vier Monaten. Die Riesen-Presse ist bereits die fünfte Anlage mit ServoDirekt-Technologie im Maschinenpark der Craemer-Gruppe.


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