20.09.2005
Quantensprung durch Linearantrieb
Neue Nutanlagen von Schuler steigern Ausbringung und Flexibilität in der Fertigung von großen Elektromotorenblechen
Stamping Days/Pforzheim - Mit dem Einsatz der Linearantriebstechnologie gelingt es Schuler, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität von Nutanlagen wesentlich zu erhöhen. Schuler setzt damit neue Maßstäbe in der Fertigung von Elektromotorenblechen und bietet bei hoher Leistung außergewöhnliche Flexibilität und kurze Umrüstzeiten. Eine spezielle Zuführtechnik ermöglicht dabei sogar die gleichzeitige Produktion unterschiedlicher Teile.
Hohe Ausbringung durch hohe Dynamik
Basis des Anlagenkonzepts sind Nutenstanzen mit Servo-Teilapparat und hochdynamischem Transfer mit Linearantrieb. Im Gegensatz zu konventionellen Lösungen bietet die Linearantriebstechnologie kürzeste Taktzeiten durch höchste Dynamik bei maximalen Geschwindigkeiten und Beschleunigungen der Bewegungen. Die Greiferschlitten sind direkt mit den Linearmotoren verbunden. So werden nur die Massen bewegt, die wirklich bewegt werden müssen – wohingegen bei konventioneller Antriebstechnik der gesamte Getriebestrang mitbeschleunigt werden muss. Der Einsatz der Linearantriebstechnologie macht den Gesamtaufbau der Anlage wesentlich einfacher und übersichtlicher. Das bedeutet eine Reduzierung von Verschleißteilen sowie eine einfachere Bedienung und Wartung.
Direkt von der Palette zum fertigen Blech
Das Handling der Werkstücke erfolgt auf Paletten. Die Anlage verfügt über eine automatische Stapelvorzentrierung an der Abstapelstation. Dort wird die Stapelmitte erkannt; unregelmäßig geordnete Stapel werden automatisch zentriert und der Anlage präzise zugeführt. Dadurch wird eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet. Der durchgängige Einsatz von Greifermagneten an Stelle von Saugern gibt dem Anwender Freiheit in der Auslegung seiner Bleche: Auch Werkstücke mit vielen Löchern können mit Hilfe der Magnete problemlos transportiert werden. Zudem unterliegen diese im Gegensatz zu Saugern keinem Verschleiß.
Beidseitige Zuführung, modularer Aufbau
Bahnbrechend ist die zum Patent angemeldete Zuführung der Anlage von beiden Seiten. Dieses Konzept erhöht die Flexibilität und die Wirtschaftlichkeit der Anlage ganz wesentlich. Erstmals ist es jetzt möglich, bei der Fertigung von Rotoren auch mit unterschiedlichen Abmessungen beide Nutenstanzen effektiv auszulasten.
Um den individuellen Kundenanforderungen gerecht zu werden, kann die Linie zudem mit diversen Baukastenkomponenten problemlos ausgebaut werden. So ist z. B. die Integration einer Laserschneidanlage, einer Achslochstanze und einer zusätzlichen Nutenstanze aufgrund des modularen Aufbaus möglich.
Umrüstzeiten reduziert
Zur Standardausrüstung zählen z. B. eine Werkzeugdatenbank oder die automatische Berechnung und Einstellung der Hubzahl. Dadurch werden deutliche Zeit- und Kosteneinsparungen durch schnelles, programmierbares Umrüsten erzielt. Zusätzlich kann der Hauptgreifer während der Produktion außerhalb der Anlage vorgerüstet werden. So lässt sich die Umrüstzeit weiter reduzieren, gleichzeitig die Bedienerfreundlichkeit weiter erhöhen.
Für die Zukunft gerüstet
Schuler hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mit Nutanlagen für die Elektromotorblechfertigung führend etabliert. Die Nachfrage am Elektromotoren- und Generatorenmarkt erfordert eine immer größere Anzahl großer und komplexer Bleche – und das oft bei sehr geringen Losgrößen. Typische Anwendungen sind Bleche für Windkraftgeneratoren oder Elektromotoren für Hochgeschwindigkeitszüge. Mit der neuen Generation der Nutanlagen mit Linearmotorenantrieb bietet Schuler eine wirtschaftliche Lösung für diese Fertigungsanforderungen.