26.01.2005
Geschäftsjahr 2003/04: Schuler steigert Umsatz und Ertrag
Umsatzwachstum von 16 Prozent – Großaufträge aus Asien und USA
Göppingen - Der Schuler Konzern hat im Geschäftsjahr 2003/04 (30. September) ein deutlich höheres Umsatzvolumen erzielt und seine Ertragslage verbessert. Der Weltmarktführer in der Umformtechnik profitierte vor allem von der verstärkten Investitionstätigkeit der Automobil- und Zulieferindustrie in Asien und Osteuropa, wie Schuler-Vorstandsvorsitzender Horst Dienstbach bei der Vorlage der Unternehmensbilanz in Stuttgart berichtete: "Dank unserer breiten internationalen Präsenz haben wir in diesen Wachstumsmärkten ebenso wie in den USA eine Reihe von Großaufträgen erhalten."
16 Prozent Umsatzplus
Der konsolidierte Umsatz des Schuler Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2003/04 deutlich auf € 558,1 Mio. Er lag damit um 16,0 Prozent über dem Vorjahreswert von € 481,1 Mio. In Asien verdreifachten sich die Umsatzerlöse nahezu und erreichten einen Wert von € 99,6 Mio. Im Inland ergab sich ein Anstieg um 14,7 Prozent auf € 262,9 Mio. Dagegen sanken die Umsätze im europäischen Ausland um 2,5 Prozent auf € 101,5 Mio. und in Nord- und Lateinamerika um 18,5 Prozent auf € 91,8 Mio.
Auftragseingang leicht erhöht
Der Auftragseingang des Schuler Konzerns lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit € 562,9 Mio. leicht über dem Vorjahreswert von € 560,5 Mio. Die Nachfrageimpulse kamen aus Asien, den USA und Osteuropa. In Asien verdoppelten sich die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr nahezu von € 70,4 Mio. auf € 134,8 Mio. In Nord- und Lateinamerika wuchsen sie von € 147,1 Mio. auf € 181,5 Mio. Dagegen verminderten sich die Bestellungen aus Deutschland von € 222,8 Mio. auf € 163,0 Mio. Im europäischen Ausland ergab sich ein Rückgang von € 118,0 Mio. auf € 83,3 Mio. Der Anteil der Auslandsaufträge stieg im Jahresvergleich von 60,3 Prozent auf 71,0 Prozent.
Der Auftragsbestand blieb stabil und lag am Stichtag 30. September 2004 mit einem Volumen von € 571,2 Mio. leicht über dem Vorjahreswert von € 566,4 Mio.
Alle Ertragskennzahlen im positiven Bereich
Nach dem in der vorangegangenen Berichtsperiode erzielten Turnaround beim operativen Ergebnis, hat Schuler seine Ertragslage im Geschäftsjahr 2003/04 weiter verbessert und bei allen Kennzahlen wieder positive Werte erreicht. Der Konzern erzielte einen Jahresüberschuß von € 3,5 Mio., nachdem im Jahr zuvor noch ein Fehlbetrag von € 2,6 Mio. ausgewiesen werden mußte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs von € 8,4 Mio. im Vorjahr auf nunmehr € 10,4 Mio.
Dividendenvorschlag von € 0,20
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 7. April 2005 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2003/04 je Vorzugsaktie eine gegenüber dem Vorjahr von € 0,10 auf € 0,20 erhöhte Dividende auszuschütten. Der Stammaktionär, die Schuler-Beteiligungen GmbH, hat sich bereit erklärt, auf eine Ausschüttung zu verzichten.
Verbesserter Cash-Flow
Der Brutto-Cash-Flow verbesserte sich 2003/04 von € 16,8 Mio. im Vorjahr auf € 22,0 Mio. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden im gleichen Zeitraum von € 153,7 Mio. auf € 131,6 Mio. zurückgeführt. Die Bilanzsumme reduzierte sich von € 429,3 Mio. auf. € 416,2 Mio. Die Eigenkapitalquote lag mit 18,2 Prozent leicht über dem Vorjahreswert in Höhe von 17,6 Prozent.
Anstieg der Investitionen
Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich von € 7,6 Mio. auf € 12,1 Mio. Schwerpunkte lagen im Ausbau der Preßwerks- und Tryoutkapazitäten in Göppingen und Canton, USA, sowie in den Bereichen Engineering und Informationstechnologie. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzierten sich von € 19,7 Mio. auf € 17,5 Mio.
Mitarbeiterzahl verringert
Konzernweit beschäftigte Schuler zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 3.793 Mitarbeiter – 115 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der im Inland Beschäftigten hat sich zum 30. September 2004 um 190 auf 2.899 Mitarbeiter verringert. Der Personalstand im Ausland stieg dagegen um 75 auf 894 Arbeitnehmer. Die Ausbildungsquote im Inland lag mit 6,9 Prozent erneut über dem Durchschnitt von 6,3 Prozent in der Werkzeugmaschinenbranche.
Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr 2004/05 erwartet der Vorstand eine auf dem Niveau des Vorjahres verharrende Investitionstätigkeit der internationalen Automobil- und Zulieferindustrie, mit der Schuler rund drei Viertel seines Umsatzes erwirtschaftet. Während sich die Nachfragezurückhaltung in Westeuropa nur sehr zögernd auflösen dürfte, werden die Schwerpunkte der Projekttätigkeit unverändert in Asien, in den USA und in Osteuropa liegen. Davon wird der Schuler Konzern dank seiner breiten internationalen Aufstellung auch weiterhin profitieren. Da diese Märkte zu einem erheblichen Teil vom Produktionsstandort in Brasilien und zunehmend auch von China aus beliefert werden können, sieht sich Schuler in der Lage, die sich verschärfende Wechselkursproblematik aufgrund der anhaltenden Dollarschwäche abzufedern. Auf der Grundlage des auf den Weg gebrachten Programms zur Optimierung der Konzernstruktur und zur Kostensenkung mit einem mittelfristigen Einsparpotential von € 25 Mio. geht der Vorstand davon aus, das Ergebnis des Schuler Konzerns im Geschäftsjahr 2004/05 weiter steigern zu können.