15.12.2009
Schlüssel für weniger Emissionen: Schuler liefert moderne Produktionslinie für neues ZF-Hochleistungsgetriebe

Die mechanische Kniehebelpresse wurde per Binnenschiff nach Schweinfurt transportiert.
Bei der Entwicklung von Fahrzeugen mit geringerem Verbrauch, niedrigerem Schadstoffausstoß und alternativen Antrieben spielen Getriebe eine Schlüsselrolle. Darin waren sich die Experten beim VDI-Gebtriebekongress im Sommer 2009 einig. Was das in der Praxis bedeutet, zeigen unter anderem die Antriebsspezialisten von ZF, deren neuentwickeltes Acht-Gang-Automatikgetriebe seit Herbst 2009 im BMW 760i erhältlich ist. Das Getriebe senkt den Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen deutlich und kann flexibel an unterschiedliche Antriebskonzepte – insbesondere Hybridantriebe – angepasst werden. Rund 200.000 Getriebe der neuen Generation will ZF im Werk Saarbrücken bis Ende 2010 fertigen. Das Werk selbst ist auf eine Million Getriebe jährlich ausgelegt. Wichtige Getriebekomponenten stammen aus dem ZF-Werk in Schweinfurt. Dort haben die Umformspezialisten des Schuler Konzerns eine neue Produktionslinie installiert, mit der ZF unterschiedliche Bauteile für das neue Hochleistungsgetriebe fertigt. Die Linie läuft seit Oktober 2009.
Die komplett automatisierte Linie besteht aus einer hydraulischen Schnittpresse von Schuler mit einer Schnittkraft von 315 Tonnen sowie einer mechanischen Kniehebelpresse von Gräbener Pressensysteme, einem Tochterunternehmen des Schuler Konzerns. Letztere verfügt über eine Presskraft von 1.200 Tonnen. Zu ihr gehören eine Bandanlage von Schuler Automation für Bandbreiten von maximal 650 Millimetern und Banddicken von maximal sechs Millimetern sowie ein integriertes 3D-Transfersystem. Die beiden Pressen sind über ein Shuttle-System miteinander verbunden. Der Werkzeugwechsel erfolgt mit einem entsprechenden Wagen an zwei Rüstplätzen.
„Die neue Pressenlinie ist eine echte Premiere. Mit der bei ZF eingesetzten Technologie stoßen wir in einen neuen Leistungsbereich vor. Mit einer Taktzahl von 30 Hüben pro Minute erreichen wir bei der Ausbringung eine Spitzenleistung“, erklärt Armin Schütz, Projektingenieur von Gräbener Pressensysteme.
Teilequalität und Ausbringungsmenge als wichtige Anforderungen
Die Leistungsfähigkeit der Anlagen war für ZF ein wesentlicher Grund für die Auftragsvergabe an den Schuler Konzern. „Bei der Ausschreibung der neuen Anlage waren Teilequalität und Ausbringungsmenge entscheidend“, erläutert Heinz Henz, Projektleiter bei ZF. Und weiter: „Außerdem musste sich die neue Pressenlinie optimal in unsere Produktionsumgebung integrieren und auch langfristig flexibel einsetzbar sein.“ Die von ZF vorgegebene Aufgabenstellung umfasste die Produktion von Abdeckblechen, Anbindungsblechen, Lamellenmitnahme, Deckblechen und verschiedenen Kupplungsteilen. Grundsätzlich wichtig: die endkonturnahe Fertigung der Bauteile. Vorteil für Schuler: Verschiedene Anlagen des Unternehmens hatten sich bereits an verschiedenen ZF-Standorten im harten Produktionsalltag bewährt.
Bereits in der Angebotsphase konnten die Schuler-Ingenieure ein überzeugendes Konzept ausarbeiten, an dessen Entwicklung der gesamte Schuler Konzern beteiligt war: Neben Gräbener Pressensysteme als Generalunternehmer auch Schuler Hydrap, Schuler Automation in Heßdorf sowie der Schuler-Produktionsstandort in Erfurt.