22.10.2009
Schuler Konzern erweitert Produktion von Volkswagen in China mit drei neuen Pressenlinien

Vier dieser mechanischen Großpressenlinien laufen bereits seit einigen Jahren bei FAW-Volkswagen in China. Im Juni 2009 hat das Unternehmen zwei weitere mechanische Speedbar-Pressenlinien bestellt.
Der chinesische Markt wird für deutsche Automobilhersteller immer wichtiger. So lag die Absatzsteigerung hiesiger Autobauer im Jahr 2008 in China mit 8,9 Prozent über dem Marktdurchschnitt. Insgesamt verkauften die deutschen Hersteller nach Angaben von ‚China Automotive Information Net’ im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge. Selbst für das Krisenjahr 2009 wird in China nach Angaben der Außenhandelsexperten von Germany Trade and Invest eine Absatzsteigerung um insgesamt sieben Prozent auf mehr als zehn Millionen Fahrzeuge erwartet. Der Volkwagen-Konzern hat sich in diesem Umfeld zum Ziel gesetzt, innerhalb der kommenden Jahre den Absatz in China schrittweise auf jährlich bis zu zwei Millionen Autos zu steigern. Das Unternehmen bringt in den nächsten Jahren nicht nur mehrere neue Modelle auf den chinesischen Markt; zugleich erweitert Volkswagen zwei seiner chinesischen Produktionsstandorte gezielt für die Produktion dieser Modelle mit neuen leistungsfähigen Anlagen aus dem Schuler Konzern.
Volkswagen investiert dabei in zwei Speedbar-Pressenlinien für den Standort Chengdu (FAW-Volkswagen) und in eine Pressenlinie mit der neuen Generation der Schuler-Crossbar-Feeder für den Standort Nanjing (Shanghai Volkswagen). Auf den insgesamt drei neuen Anlagen werden zukünftig überwiegend klassische Außenhaut-Werkzeugsätze zum Einsatz kommen. Das bedeutet, dass auf den Linien Dächer, Motorhauben, Kotflügel, Doppel- und Vierfach-Türen sowie ganze Pkw-Seitenwände gefertigt werden.
Frank Viola aus dem Bereich Mechanische Großanlagen bei Müller Weingarten, einem Tochterunternehmen des Schuler Konzerns: „Die neuen Fertigungsanlagen müssen mit höchstmöglicher Verfügbarkeit laufen und zugleich eine hohe Produktivität aufweisen. Diese Anforderung werden wir mit unseren Linien voll erfüllen können – unter anderem durch unser Gesamtkonzept aus einer Hand inklusive Platinenlader und Teileauslauf, deren Leistungsdaten auf die High-Speed-Pressenlinienkonzepte abgestimmt sind.“
Hohe Ausbringung, hohe Prozesssicherheit
Bei Shanghai Volkswagen in Nanjing wird eine Pressenlinie mit der neuen Generation der Schuler-Crossbar Feeder für Prozesssicherheit sorgen. Das aufeinander abgestimmte Gesamtkonzept im Zusammenspiel von einer Kopfpresse mit einer Presskraft von 2.100 Tonnen, fünf Folgepressen mit jeweils 1.200 Tonnen Presskraft und den zwischen den Pressen befindlichen Crossbar Feedern ermöglicht dabei eine hohe Ausbringung. Ein Highlight der Anlage ist der werkzeugfreundliche Dauerlaufbetrieb. Je nach Betriebsart ist eine Ausbringung von bis zu 15 Hüben pro Minute möglich. Die Ziehstufen der geplanten Anlage werden mit hochmodernen, CNC-gesteuerten Acht-Punkt-Zieheinrichtungen ausgestattet sein, die für die Bauteilqualität sorgen. Die Werkzeugeinarbeitung in Nanjing startet bereits 2010.
Antriebstechnik weiter optimiert
FAW-Volkswagen plant für den Standort Chengdu ein neues „Car Plant 3“. Hierfür werden die beiden neuen mit Speedbar-Technik verketteten Pressenlinien benötigt. Dass im Stammwerk von FAW-Volkswagen in Changchun in einem älteren Werksteil bereits vier Speedbar-Pressenlinien aus dem Schuler Konzern laufen, ist kein Zufall. Volkswagen kommt diese Übereinstimmung in mehrfacher Hinsicht zugute: Zum einen lassen sich die Werkzeuge der gleichartigen Pressenlinie austauschen. Zum anderen ist das Personal bereits für diesen Anlagentyp geschult. Trotzdem wird Volkswagen natürlich zusätzlich von technologischen Verbesserungen profitieren. Das betrifft zum Beispiel die von Schuler weiter optimierte Antriebstechnik und die erweiterten Betriebsarten der Pressenlinien. Im Ergebnis sorgt die Speedbar-Technologie im neuen Werk für eine Hubzahl von 13 Hüben pro Minute. Die weiteren technischen Daten entsprechen der Leistungsfähigkeit der Linie in Nanjing: eine Kopfpresse mit 2.100 Tonnen Presskraft sowie fünf Folgepressen mit je 1.200 Tonnen Presskraft.
Schuler-Service vor Ort
Ein großer Vorteil für den Volkswagen-Konzern ist auch die Präsenz von Schuler in China mit verschiedenen Produktions- und Servicestandorten – zum Beispiel in Shanghai und Dalian. An den noch relativ neuen Volkswagen-Standorten in China ist die Personal-Infrastruktur für Bedienung, Wartung und Instandhaltung noch im Aufbau. Der Schuler Konzern wird sich deshalb im Laufe der Projektabwicklung auch mit Personalschulung, Produktionsbegleitung und Instandhaltung beschäftigen.
Für das Nanjing-Projekt wurde bereits im Vorfeld von den Volkswagen-Verantwortlichen großer Wert auf erweiterte Schulungen gelegt, insbesondere im Bereich der Ausbringungsoptimierung. Die Pressen entsprechen dem hohen Volkswagen-Standard. Sie tragen somit an entscheidender Stelle dazu bei, dass die Volkswagen-Produkte weltweit auf dem gleichen Qualitätsniveau gebaut werden.