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23.06.2009

Investitionen in den Bausektor sorgen für Nachfrage nach Schuler-Schmiedepressen in China

Weltweit haben viele Regierungen in den letzten Monaten riesige Infrastrukturpakete beschlossen, um die Folgen der Wirtschaftskrise abzumildern. China ist da keine Ausnahme. Nach Angaben der deutschen Außenhandelsexperten von Germany Trade and Invest summieren sich die reinen Infrastruktur-Investitionen in China im Rahmen von verschiedenen Konjunkturpaketen auf etwa 250 Milliarden Euro. Davon sollen rund 160 Milliarden Euro in den Bausektor fließen, über acht Milliarden in den Ausbau von Eisenbahnstrecken, 28 Milliarden in den Straßenbau sowie weitere 50 Milliarden Euro in Wasserkraft, Umwelt und öffentliche Anlagen. Eine Folge: Der chinesische Markt für Baumaschinen erweist sich auch in der Wirtschaftskrise als äußerst robust. Davon profitiert auch der Schuler Konzern, der derzeit zwei Schmiedepressen in China installiert.

Shandong Shantui Construction in Jinging ist einer der größten chinesischen Produzenten von Baumaschinen. Bereits 2007 hat sich das Unternehmen mit einer größeren Investitionsentscheidung auf den expandierenden Markt eingestellt: Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Auftragsvergabe über zwei Schmiedepressen an die Umformspezialisten von Müller Weingarten, einem Tochterunternehmen des Schuler Konzerns. Shandong Shantui Construction wird mit ihnen seine Fertigung von Raupenketten und Stützrollen für diverse Baufahrzeuge modernisieren und ausbauen. Aktuell haben die Experten des Schuler Konzerns mit der Montage der zwei Pressen inklusive der Automatisierung begonnen. Im Oktober 2009 soll die Produktion starten, bei der die neuen Anlagen für eine deutlich höhere Ausbringungsleistung sorgen werden. „Die Anforderungen in diesem Bereich der Massivumformung sind besonders hoch“, erklärt Herbert Pfeiffer, Leiter Projektmanagement Massivumformung bei Müller Weingarten. Und weiter: „Mit den beiden neuen Anlagen werden die Kettenglieder und die dazugehörende Umlenkrollen für die Raupenketten von Baumaschinen gefertigt. Diese Bauteile müssen härtesten Belastungen standhalten. Die Massivumformprozesse müssen deshalb nicht nur effizient, sondern auch sehr genau sein. Die beiden Pressen wurden speziell auf diese Bedürfnisse hin konstruiert und angepasst.“

Automatisierte Kettenglieder-Produktion

Auf einer Kurbelschmiedepresse entstehen zukünftig die Kettenglieder. Mit einer Presskraft von 3.150 Tonnen und maximal 40 Hüben pro Minute werden die Stahl-Rohlinge in fünf Werkzeugstufen unter einem Stößel zu Kettengliedern gefertigt. Zu der Presse gehören ein mechanischer Stößel- und Tischauswerfer sowie ein Teileeinleger für die automatische Zufuhr der Rohlinge vom Induktionsofen in die Presse. In der Presse übernimmt ein elektronisches Transfersystem den automatischen Transport der Teile zu den einzelnen Umformstufen bzw. Operationen. Für die Werkzeugschmierung und Werkzeugkühlung ist ein Kühl- und Schmiersystem an der Presse integriert. Dieses wird über den Pressenstößel automatisch nach jedem Pressenhub in den Werkzeugbereich eingeschwenkt.

„Auf diese Weise können in dem Massivumformungsprozess 20 Kettenglieder pro Minute entstehen. Bisher wurde das Produkt mit einer Produktionsleistung von lediglich acht Teilen pro Minute gefertigt“, so Herbert Pfeiffer. Insgesamt haben die Experten des Schuler Konzerns eine Anlage entwickelt, die bei geringem Energieverbrauch und einfachem Handling durch die Bediener bei zum Beispiel halbautomatischem Werkzeugwechsel optimal auf die Bedingungen dieses Schmiedeumfelds eingestellt ist. Die Vorteile der Schmiedepresse kommen dabei voll zum Tragen, denn ihre an den Prozess angepasste Umformgeschwindigkeit erzeugt nicht nur eine hohe Werkstückqualität, sondern garantiert zudem hohe Werkzeugstandzeiten.

Stützrollenfertigung auf einer Spindelpresse

Auf der zweiten Anlage des Schuler Konzerns entstehen zukünftig die Stützrollen, mit denen die Ketten der Baufahrzeuge geführt werden. Die Spindelpresse mit Direktantrieb und einem Spindeldurchmesser von 450 Millimetern verfügt über eine erhöhte Presskraft von maximal 3.200 Tonnen. Der Direktantrieb mit einem Drehstrommotor sorgt für bis zu 16 Hübe pro Minute. Zur Anlage gehören zudem zwei Roboter für die Zubringung der Stahl-Rohlinge in die Presse und für die Entnahme der umgeformten Rollen von der Presse in die nachgegliederte Entgratpresse. Die Maschine hat einen hydraulischen Tisch- und Stößelauswerfer, außerdem ergänzt ein Roboter mit Werkzeugkühl- und Werkzeugschmiereinrichtung die Peripherie der Spindelpresse. Beide Pressen sind mit der MW-FCS-Steuerung (MW-Forge-Control-System) ausgestattet. Mit ihr ist es möglich, die Anlage in allen Betriebsarten wie Einrichten, Andrücken im Hand- oder Automatikmodus zu fahren. Anwender können zudem komplette Schlagprogramme mit Vorwahl der Anzahl der Schläge, der Energie pro Schlag und der Pausenzeiten zwischen den Schlägen hinterlegen und werkzeugabhängig speichern.

Kunde profitiert von Schuler-Service in China

Besonders wichtig für Shandong Shantui Construction sind die Service-Leistungen von Schuler in China. „Unsere Mitarbeiter sorgen vor Ort für eine reibungslose Installation. Durch unsere Präsenz mit eigenen Standorten in China stellen wir darüber hinaus dauerhaft eine umfassende Beratung und Service-Betreuung des Kunden sicher“, erklärt Projektmanager Herbert Pfeiffer.
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