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Schuler Deutschland
 

25.03.2009

Von der Schlosserei zum Weltkonzern: 170 Jahre Schuler

Im Jahr 1839 gründete Ludwig Schuler, „Louis“ genannt, in Göppingen eine Schlosserwerkstatt. Aus dem Betrieb ist heute ein internationaler Konzern mit rund 5.500 Mitarbeitern sowie Standorten und Vertretungen in 40 Ländern geworden.

Schuler ist Technologie- und Weltmarktführer in der Umformtechnik. Das Unternehmen liefert Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, Verfahrens-Know-how und Dienstleistungen für die gesamte metallverarbeitende Industrie. Zu den wichtigsten Kunden gehören Automobilhersteller und -zulieferer sowie Unternehmen aus der Energie-, Elektro-, Hausgeräte- und Schmiedeindustrie. So bietet das Unternehmen zum Beispiel Anlagen zur Herstellung von Karosserieblechen, Dosen, Senftuben, Nespresso-Kapseln, Duschwannen oder Elektroherden. Außerdem ist Schuler führend auf dem Gebiet der Münztechnik.

Das Traditionsunternehmen steht für Kontinuität

Als Traditionsunternehmen steht der Name Schuler für Zuverlässigkeit und Kontinuität. „Wir stehen zum Standort Deutschland als dem Ursprung der Unternehmensgruppe. Dennoch begreifen wir uns als globales Unternehmen, das Chancen nutzt und sein Leistungsversprechen als globaler Partner seiner Kunden einlöst“, erklärt Jürgen Tonn, Vorstandsvorsitzender der Schuler AG.

Synergieeffekte durch Zusammenführung von Schuler und Müller Weingarten

Seit 2007 gehört Müller Weingarten zum Schuler Konzern. Die Strukturen und Standorte der ehemaligen Wettbewerber ergänzen sich gut. Der neue Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08, das zum 30. September 2008 endete, erstmals Aufträge im Gesamtwert von über einer Milliarde Euro erhalten.

Die gemeinsame Engineering-Kompetenz spiegelt sich in innovativen Produkten wider. Zudem können die beiden bislang größten Serviceanbieter für Pressen, Schuler und Müller Weingarten, ihren Kunden jetzt ein gemeinsames weltumspannendes Service-Netz und ein noch größeres Service-Leistungsportfolio anbieten. Die internationale Ausrichtung des Konzerns mit „Service weltweit vor Ort“ ist somit ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Innovationen als Grundlage der Technologieführerschaft

Mit Investitionen in Forschung und Entwicklung sichert der Schuler Konzern seine Position als Technologieführer und Schrittmacher für Neu- und Weiterentwicklungen in der Umformtechnik. „Die traditionsreiche Geschichte von Schuler war immer von der Idee geprägt, marktgerechte Spitzentechnologie höchster Qualität zu entwickeln und herzustellen“, so Jürgen Tonn. Ein Beispiel für Innovation ist die Servoantriebstechnik, welche 2007 eingeführt wurde und die Ausbringungsleistung von Stanz- und Umformautomaten sowie von Pressenlinien deutlich erhöht hat.

Geburtsstunde des Unternehmens war 1839 in Göppingen

Der Schuler Konzern geht auf eine 1839 von Louis Schuler in Göppingen gegründete Schlosserei zurück. Seit 1852 werden Blechbearbeitungsmaschinen hergestellt. Die Schlosserei wurde 1863 aufgegeben. Von nun an lag der Fokus ganz auf Blechbearbeitungs- und sonstigen Werkzeugmaschinen. 1895 lieferte Schuler die erste Münzprägepresse nach China. Auf der Weltausstellung 1900 in Paris stellte Schuler die erste Transferpresse der Welt vor. Es begann der Übergang zum Großmaschinenbau.

Im Jahr 1913 begann der Neubau der Hauptverwaltung. Der erste Weltkrieg brachte dem Werk, das 1913 fast die Hälfte seiner Produktion ins Ausland exportiert hatte, herbe Rückgänge. 1934 trat der Urenkel des Firmengründers, der 1907 geborene Louis Schuler, in die Firma ein. 1935 kaufte er die Gebäude und das Gelände des Göppinger Zweigwerks der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) direkt neben dem Schuler-Gelände und verdoppelte so das Firmenareal. Darauf wurden große Montagehallen errichtet, um riesige Werkstücke bearbeiten und Pressen von bislang nicht gekannten Dimensionen montieren zu können. Dies war nötig, da die aufstrebende Automobilindustrie völlig neue Anforderungen an den Karosseriebau stellte.

Internationalisierung begann in 1960er Jahren

Anfang der 1960er Jahre wurde begonnen, die Maschinenfabrik Schuler zu einer internationalen Firmengruppe auszubauen. Weltweit ist das Unternehmen heute in vierzig Ländern vertreten. Die Produktionsstandorte in Deutschland, der Schweiz, Brasilien und China sind zu einem internationalen Fertigungsverbund zusammengeschlossen. Weitere Auslandsgesellschaften in Europa, aber auch in den USA, Mexiko und Indien, haben sich auf Servicedienstleistungen spezialisiert. Im Jahre 1999 öffnete sich das Familienunternehmen dem Markt und ging an die Börse. Die Mehrheit der Aktien ist weiterhin in Besitz der Gründerfamilie und dem Aufsichtsrat steht bis heute ein Nachkomme des Unternehmensgründers vor.
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