26.08.2008
Prozesssicherheit im Produktionsnetzwerk: Timken erweitert mit neuer Kniehebelpresse des Schuler Konzerns die Kapazität seiner Rollenlager-
produktion
Um weltweit erfolgreich zu sein übernehmen Zulieferer immer mehr Entwicklungsaufgaben von den Originalherstellern. Darüber hinaus bauen sie genau wie diese internationale Produktionsnetzwerke auf. Die Timken Company mit Sitz in Canton im US-Bundesstaat Ohio ist einer der weltweit führenden Anbieter von Wälzlagern. Mit mehr als 60 Produktionsstätten betreibt das Unternehmen eines der größten Netzwerke in der Zulieferindustrie. Mit einer neuen Kniehebelpresse des Schuler Konzerns für das Werk in Sylvania, Georgia, hat Timken im Jahr 2007 seine Produktionskapazität gezielt erweitert.
„Unsere Kernkompetenz ist die Produktion von Rollenlagern für Lkw“, beschreibt Werksleiter John R. Kain die Rolle des Standortes Sylvania im weltweiten Fertigungsverbund von Timken. „Wegen der weltweit steigenden Nachfrage nach diesen Produkten haben wir 2005 entschieden, die Kapazität des Werkes zu erweitern und die bestehende Pressenanlage, auf der wir die Lageraußenschalen produzierten, zu ersetzen“, erinnert sich John R. Kain und fasst die Anforderungen an die Systempartner, mit denen Timken dabei zusammengearbeitet wie folgt zusammen. „Bei der Entscheidung für den Schuler Konzern stand die Qualität im Vordergrund. Weil wir bei Timken in ein eng getaktetes Produktionsnetzwerk eingebunden sind, sind für uns neben der Präzision vor allem die Produktions- und Prozesssicherheit des Systems entscheidende Auswahlkriterien.“ Zur Entscheidung trug darüber hinaus bei, dass Timken seit Mitte der neunziger Jahre bereits vier Anlagen von Schuler an unterschiedlichen Standorten in Betrieb genommen hat und mit der Leistung sehr zufrieden ist.
Lieferung als Turnkey-System
Bevor die neue Anlage ihre Reise über den Atlantik antrat, musste sie umfangreiche Testläufe bei Gräbener Pressensysteme in Netphen, einem Tochterunternehmen des Schuler Konzerns, absolvieren. Der Schwerpunkt lag dabei auf der optimalen Abstimmung der Presse auf das Werkzeug, wie Jan Ebener, Vertriebsingenieur bei Gräbener Pressensysteme, erklärt: „Das Know-how eines Lagerherstellers liegt im Werkzeug. Damit die bei der Entwicklung des Werkzeugs angestrebte Qualität auch in der Serie ankommt, müssen wir das Gesamtsystem bereits vor der Installation beim Kunden möglichst genau abstimmen. Erst wenn die Anlage einen mehrtägigen Probelauf erfolgreich absolviert hat, ist sie bereit zur Auslieferung. Wir können erst von Turnkey-System sprechen, wenn der Kunde nur noch den Schlüssel umdrehen muss, um mit der Produktion zu beginnen.“
Bevor es bei Timken in Sylvania jedoch soweit war, mussten die Schuler-Spezialisten noch eine ganz besondere Herausforderung meistern. Weil das Stromnetz in Georgia deutlich höhere Spannungsschwankungen aufweist als in Deutschland, musste der Hauptantrieb entsprechend angepasst werden. „Globalisierung klingt theoretisch immer so einfach“, kommentiert Jan Ebener. „Ob man es auch wirklich kann, zeigt sich aber erst in der Praxis.“ Schuler beherrscht diese Praxis. Nach einem Jahr Produktion ist Werksleiter John R. Kain hochzufrieden. „Die neue Anlage erfüllt alle Leistungsanforderungen. Wir konnten die Ausbringung deutlich erhöhen und die Qualität der Teile ist sehr gut.“
Höchste Qualität bei komplexen Teilen
Technische Basis der neuen Anlage in Sylvania ist eine mechanische Kniehebelpresse aus der TMK-Baureihe von Schuler mit einer Presskraft von 500 Tonnen. Der modifizierte Kniehebelantrieb garantiert hohe Qualität und eine deutlich gesteigerte Ausbringung bei der Herstellung komplexer Teile, wie z. B. der Lagerschalen, die Timken produziert. Weil die Umformoperation selbst relativ langsam und damit materialschonend erfolgt, ist die Qualität der Produkte sehr hoch. Die Teile fallen einbaufertig aus der Anlage (near-net-shape) und können ohne aufwändige Nachbearbeitung direkt verbaut werden. Gleichzeitig ist die Stößelbewegung in der Leerfahrt nach dem unteren Totpunkt deutlich schneller als während des Umformens, so dass insgesamt hohe Taktzeiten erreicht werden. Die Hubzahl der neuen Presse bei Timken ist zwischen 20 und 75 Hüben pro Minute frei regelbar.
Hohe Ausbringungsleistung und Flexibilität
Die neue Timken-Presse ist vollkommen automatisiert. Die Ausstattung der Anlage umfasst neben einer Bandzuführanlage inklusive Abwickelhaspel, Einfädelvorrichtung, Richtmaschine, Schlaufenausrüstung und Walzenvorschub ein mechanisches Auswerfersystem mit Servoantrieb sowie einen Neun-Stufen-CNC-Transfer. Durch den Werkzeugeinbauraum von 3.660 mm Breite und 1.400 mm Tiefe und der Möglichkeit, die Werkzeuge schnell zu wechseln, kann Timken sehr flexibel auf die Anforderungen der Kunden reagieren und unterschiedliche Bauteile auf der Presse fertigen.
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Tobias Apfel
Leiter Unternehmenskommunikation & Investor Relations
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