13.06.2007
Saxonia-Franke steigert Ausbringungsleistung mit Schuler Servopressentechnik um bis zu 40 Prozent

Stanz- und Umformautomat mit Servoantrieb (max. Presskraft: 400 kN) automatisiert mit Bandanlage und Schuler-Vorschub.
Die Anforderungen an die Hersteller von komplexen Blechteilen sind klar definiert: höchste Qualität und die Fähigkeit ein breites Teilespektrum zu fertigen stehen auf der Prioritätenliste der Kunden ganz oben. Bei Investitionen in die Maschinenbasis zählen für die Produzenten deshalb vor allem Ausbringungsleistung, Prozesssicherheit und Flexibilität. Genau für diese Anforderungen sind die neuen Stanz- und Umformautomaten mit Servoantrieb von Schuler ausgelegt. Als eines der ersten Unternehmen hat Saxonia-Franke aus Göppingen in die neue Technik investiert.
Seit dem Frühjahr 2007 setzt Saxonia-Franke einen Stanz- und Umform-automaten aus der neuen Pressengeneration ein. Das Göppinger Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs und erweitert seinen Maschinenpark durch die 4.000 kN Schuler-Presse gezielt um eine Anlage mit einer deutlich höheren Presskraft als die 3.150 kN der vorhandenen Exzenterpressen. Die Investition hat sich gelohnt, wie Fertigungsleiter Metall Jürgen Birkhold betont: „Dank des Servoantriebs können wir die Bewegungskurven jetzt optimal an Werkzeug, Umformprozess und Automation anpassen. Dadurch ist es uns gelungen, die Ausbringungsleistung im Vergleich zu unseren konventionellen mechanischen Exzenterpressen um bis zu 40 Prozent zu steigern. In Einzelfällen liegen wir sogar noch darüber.“
Saxonia-Franke fertigt auf der neuen Presse vor allem Befestigungs- und Sicherungselemente für die Automobil-, Elektro- und Bauindustrie. Gerade bei flachen Bauteilen spielt die Presse eine weitere Stärke aus. Diese können dank der individuell einstellbaren Hubhöhe im Pendelhubbetrieb mit erheblich kürzeren Zykluszeiten produziert werden.
Auch beim Energieverbrauch überraschen Schuler Stanz- und Umformautomaten mit Servoantrieb positiv. Die hohen Anschlusswerte der Servoantriebstechnik relativieren sich. Die zusätzliche Leistung beim Beschleunigen wird während des generatorischen Bremsens zurückgenommen und gespeichert. Die Energie wird bei der nächsten Beschleunigung wieder genutzt. Dieses Energiemanagement macht es möglich, die Anschlussleistung deutlich zu reduzieren und Stromspitzen zu glätten.
Kurze Wege vom Tryout zur Serienproduktion
Im wahrsten Sinne des Wortes kurze Wege liegen bei Saxonia-Franke zwischen Tryout und Serienproduktion. Zum einen setzt das Unternehmen fast ausschließlich selbst entwickelte und gebaute Folgeverbundwerkzeuge ein, die Spezialisten sind also unmittelbar vor Ort. Zum anderen ermöglicht die Servotechnik der neuen Pressen eine optimale Einarbeitung neuer Werkzeuge. Mit einem Handrad kann der Stößel gradweise, zehntelgradweise oder kontinuierlich auf und ab bewegt und genau positioniert werden. Die Stößelbewegung ist dabei in jedem Punkt umkehrbar. Und mit einer „Quick-Lift“ genannten Funktion kann der Bediener beim Einrichten den Stößel bei Bedarf jederzeit zum oberen Totpunkt fahren. Für Saxonia-Franke-Mitarbeiter Markus Rieger eine feine Sache, denn: „Mit dem Handrad haben wir ganz neue Möglichkeiten, die Werkzeuge einzuarbeiten und sie schneller auf die Serienfertigung vorzubereiten“, erklärt er. Die komfortable Bedienung bringt auch ganz handfeste wirtschaftliche Vorteile mit sich, wie sich Jürgen Birkhold erinnert: „Wir waren überrascht, wie schnell wir auf der neuen Presse Gutteile bester Qualität mit hoher Ausbringung produzieren konnten.“
Maximale Flexibilität sorgt für Investitionssicherheit
Ein weiterer Vorteil der Servopressentechnik neben der schnellen Einarbeitung und hohen Ausbringungsleistung ist ihre Flexibilität. Durch die freie Programmierung der Bewegungskurven kann die Presse sehr schnell für die Produktion unterschiedlicher Bauteile konfiguriert werden. Dabei unterstützt den Bediener die Visualisierung der Anlage. Diese ermöglicht es, für unterschiedliche Konfigurationen die jeweils passende Kurve zu programmieren und in der Werkzeugdatenbank abzulegen. Dort gespeichert sind die individuellen Kurven bei einem Werkzeugwechsel schnell wieder verfügbar. Dadurch verkürzen sich auch die Rüst- und Nebenzeiten deutlich. Angesichts kurzer Modellzyklen auf Seiten der Hersteller und schnell wechselnder Lastspitzen sorgt die neue Technik für Investitionssicherheit bei den umformenden Unternehmen.
Die neue Baureihe umfasst Stanz und Umformautomaten mit Servoantrieb mit Presskräften von 2.500 bis 6.300 kN. Wegen ihrer modularen Konstruktion auf Basis von Standardkomponenten sind die Pressen schnell lieferbar und einfach zu warten. Ein umfassendes Paket an Service-Leistungen – angefangen bei Wartung und Instandhaltung über Finanzierungsmodelle bis hin zur Rücknahme oder Nachrüstung von Gebrauchtmaschinen – rundet das Angebot um die neue Pressenbaureihe ab.