14.02.2006
Weiterentwicklung von Fließdruckpressen
Neue XS-Baureihe von Schuler
Fließdruckpressen eignen sich ideal für die Herstellung von Dosen, Tuben und eine Reihe ähnlich geformter technischer Teile. Ausgangsmaterial sind mehrere Millimeter starke Aluminiumbutzen. Das Material fließt beim Rückwärtsfließpressen während des Umformprozesses entgegen der Pressenbewegung zwischen Matrize und Stempel. So entstehen dünnwandige Aluminiumzylinder, die anschließend zu Tuben, Getränke- und Spraydosen oder Feuerlöscherkörper weiterverarbeitet werden.
Auch ein kombiniertes Verfahren aus Vorwärts- und Rückwärtsfließpressen ist möglich und findet hauptsächlich Anwendung bei technischen Teilen für die Automobil- und Elektroindustrie, wie zum Beispiel Gehäuse für Benzinfilter. Schuler hat in den zurückliegenden Jahren mehr als 600 solcher Fließdruckpressen verkauft und gilt in diesem Marktsegment weltweit als technologisch führend.
Sanfte Umformung durch modifizierten Kniehebel
Eine neue Pressengeneration von Fließdruckpressen hat Schuler im zurückliegenden Geschäftsjahr entwickelt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die neue XS-Baureihe wird mit Presskräften zwischen 1.500 und 12.000 kN angeboten und verfügt über einen modifizierten Kniehebelantrieb. Dieser ermöglicht einen konstanteren Geschwindigkeitsverlauf während des Umformens. Der Stempel trifft sanfter auf das Material auf, das so während der Umformung gleichmäßiger fließen kann. Damit wird der Werkzeugverschleiß reduziert. Die Anlagen erreichen über 200 Hübe pro Minute. Der Umformweg erreicht im Vergleich zur vorherigen Baureihe die doppelte Länge und beträgt bis zu 40 mm. Dadurch wurde das mögliche Teilespektrum wesentlich erweitert. Auf den Anlagen können somit Teile bis zu einer maximalen Länge von 465 mm bei einem maximalen Durchmesser von 150 mm hergestellt werden. Die Wandstärke bei Aluminiumlegierungen liegt bei 0,3 mm.
Neue Konstruktion für hohe Hubzahlen
Die Stößelführung sowie die Teilezu- und Abführung wurden speziell für die hohen Hubzahlen der Anlage konstruiert. Schrittschaltgetriebene Drehteller ermöglichen die schnelle und kontrollierte Zuführung der Aluminiumbutzen sowie den Abtransport der fließdruckgepressten Teile. Die Drehteller sind entlang der Stößelrichtung beweglich und wie die Welle leicht austauschbar. Die spielfreie Stößelführung mit Rollenleisten ist unterhalb des Stößels montiert.